Eine Frage, die uns in fast jedem Erstgespräch begegnet: „Sollten wir wechseln?” Die ehrliche Antwort ist meistens: Es kommt darauf an. Und sie hat selten primär mit der Netzqualität zu tun.
Hier ist die Logik, mit der wir das in einem Audit beantworten.
1. Die drei großen Carrier kurz porträtiert
Telekom
- Größtes und in Stadt-Land-Vergleichen meist robustestes Netz.
- Premium-Positionierung — Listenpreise sind hoch, der Verhandlungs-Spread aber ebenfalls.
- Stark bei Multi-Standort-Setups mit Festnetz- und MPLS-Anbindung.
Vodafone
- 5G-Ausbau aggressiv, in Ballungsräumen führend.
- Sehr starke Konditionen ab 250 SIMs, wenn Wettbewerb sichtbar ist.
- Kombinationsangebote Mobilfunk + Festnetz oft attraktiv.
O₂ (Telefónica)
- Preisaggressiver als die Wettbewerber, gerade im mittleren Bestandsbereich.
- Netz hat in den letzten Jahren stark aufgeholt — relevant bei Stadt-Schwerpunkt.
- Schnelle Vertrags-Lifecycle, weniger Bürokratie.
Keine Empfehlung pro Anbieter — die richtige Wahl hängt von Ihrem konkreten Bestand und Standort-Profil ab.
2. Wann sich ein echter Wechsel lohnt
Drei Konstellationen, in denen wir in der Praxis am häufigsten zum Wechsel raten:
- Sie sind seit über 4 Jahren beim selben Anbieter. Bestandskunden-Konditionen liegen dann häufig 25 – 40 % über dem aktuellen Marktpreis.
- Ihr Standort-Mix hat sich geändert. Andere Standorte heißt: anderes optimales Netz. Ein Wechsel kann allein durch besseres Netzmatching 10 – 20 % bringen.
- Sie haben Festnetz und Mobilfunk bei verschiedenen Anbietern. Bündelung bringt häufig zusätzliche 10 – 15 %, wenn der Bündel-Anbieter sowieso netz-tauglich ist.
3. Wann sich ein Wechsel nicht lohnt
- Wenn die Vertragslaufzeit noch 14+ Monate läuft und keine Sondersituation vorliegt.
- Wenn die Migration mehr operative Last erzeugt als die Einsparung rechtfertigt (gerade bei kritischer Infrastruktur).
- Wenn der bestehende Anbieter — unter Wettbewerbsdruck — nachzieht. Das passiert häufiger, als Mittelständler vermuten.
4. Der Wettbewerb hilft, auch wenn Sie bleiben
Das ist der wichtigste Punkt. In etwa 40 % unserer Mandate wird am Ende nicht gewechselt — und trotzdem wird gespart.
Warum? Weil ein strukturierter Anbieterwettbewerb dem bestehenden Carrier zeigt, dass er nicht mehr automatisch Bestandskunde bleibt. Sobald drei vergleichbare Angebote auf dem Tisch liegen, ist die Verhandlungsposition eine andere. Der Bestandsanbieter hat in dieser Konstellation häufig den größten Hebel — weil er den Migrationsaufwand nicht selbst tragen muss und dafür Konditionen anbietet, die er ohne Wettbewerb nie gemacht hätte.
Heißt für Sie: Der Audit-Schritt ist immer sinnvoll. Der Wechsel ist nur in einem Teil der Fälle das Ergebnis.
5. Was im Audit konkret passiert
- Bestandsaufnahme: Tarife, SIM-Mengen, Roaming-Pakete, Festnetz-Anbindungen, Kündigungsfristen.
- Anonymisierte Anfrage bei allen drei großen Carriern (plus ggf. weitere Partner).
- Vergleichbare Angebote auf einem Standard-Bewertungsraster.
- Verhandlungs-Briefing: Wer sticht, wo, warum.
- Entscheidung: wechseln oder mit dem Bestandsanbieter neu verhandeln.
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