Wer heute eine Mobilfunkrechnung im Mittelstand prüft, schaut auf eine Zahl, die mit dem aktuellen Marktpreis oft wenig zu tun hat. Verträge wachsen über Jahre, Tarife werden verlängert, neue SIMs kommen dazu — der Listenpreis bleibt der Anker, obwohl der Markt sich längst weiterbewegt hat.
In diesem Briefing fassen wir zusammen, was Mittelständler 2026 für Business-Mobilfunk tatsächlich bezahlen — basierend auf real verhandelten Konditionen aus über 260 Mandaten.
Zahlen anonymisiert. Konkrete Konditionen sind abhängig von Bestand, Laufzeit, Anbieter und Verhandlungssituation. Diese Werte dienen als Orientierung, nicht als Garantie.
1. Mobilfunk pro SIM — die zwei Wahrheiten
Listenpreis: Was im Standard-Geschäftskunden-Tarif öffentlich beworben wird. Verhandelter Preis: Was Unternehmen mit 250+ SIMs in einem strukturierten Anbieterwettbewerb bekommen.
Aus unserer Datenbasis (alle drei großen Carrier, Bestände 100 – 5.000 SIMs):
- Standard-Datentarif (10 GB, EU-Roaming inkludiert): Listenpreis: ca. 25 – 35 € / SIM / Monat Verhandelt: 8 – 14 € / SIM / Monat
- Power-Datentarif (unbegrenzt, EU-Roaming inkludiert): Listenpreis: ca. 45 – 60 € / SIM / Monat Verhandelt: 14 – 22 € / SIM / Monat
Die Spanne ist groß — entscheidend sind Bestand, Vertragslaufzeit und ob der Wettbewerb tatsächlich genutzt wird oder nur einer der drei Carrier ein Angebot macht.
2. Roaming und Auslandstarife
Hier liegen die größten Hebel, weil viele Bestandsverträge Roaming-Pakete enthalten, die längst überholt sind.
- Schweiz / UK / USA — Roaming-Pakete: Listenpreis: ca. 9 – 19 € / Tag / SIM Verhandelt mit Volumen: 0,40 – 1,80 € / Tag / SIM (oder Pauschale pro Land)
- Welt-Roaming (Asien, Südamerika): Listenpreis: häufig 49 € / Tag / SIM Verhandelt: pauschalisiert in Volumenpaketen, ab ca. 4 – 8 € / Tag / SIM
Wer Außendienst oder international arbeitende Teams hat, lässt hier oft 30 – 70 % auf der Straße liegen.
3. Festnetz und Datenleitungen
Festnetz wird im Mittelstand häufig stiefmütterlich behandelt. Verträge laufen seit Jahren, Bandbreiten sind angestiegen, aber der Tarif-Slot dahinter wurde nie aktualisiert.
- Standort-Anbindung 100/100 Mbit/s symmetrisch: Listenpreis: 250 – 450 € / Standort / Monat Verhandelt: 80 – 180 € / Standort / Monat
- Standort-Anbindung 1 Gbit/s: Listenpreis: 600 – 1.200 € / Standort / Monat Verhandelt: 180 – 380 € / Standort / Monat (abhängig von Verfügbarkeit und Standort-Lage)
Bei Multi-Standort-Setups lohnt sich der Mengeneffekt fast immer.
4. Was den Unterschied macht
Drei Punkte erklären die meiste Spread zwischen Listen- und verhandeltem Preis:
- Anbieterwettbewerb in einem Audit-Lauf — wer drei vergleichbare Angebote nebeneinander legt, hat sofort 15 – 25 % Hebel.
- Volumen-Konsolidierung — wer SIM-Bestände, Festnetz und Roaming gemeinsam ausschreibt, gewinnt oft weitere 10 – 15 %.
- Anbieter-Neutralität — wer durch einen anbieter-neutralen Dritten verhandelt, vermeidet die typische Bestandskunden-Trägheit, die Carrier ausnutzen.
5. Was nicht funktioniert
- Listenpreise online vergleichen — die zählen für Mittelständler nicht.
- „Bestandskunden-Bonus” beim eigenen Carrier akzeptieren — der ist meistens niedriger als das beste Wettbewerbsangebot.
- Den Kollegen vom Carrier fragen, ob sich was machen lässt — er macht etwas, aber nicht so viel, wie der Wettbewerb tun würde.
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